Im Osten geht die Sonne auf…

Guten Morgen  Wichlinghausen, Guten Morgen Oberbarmen, Guten Morgen liebes Tal! Die Stadt an der Wupper erwacht langsam – es ist Samstagmorgen!
Frühaufsteher kommen über die Trasse geradelt, einige sind schon auf Tour, andere verweilen und leisten mir bei meiner ersten Tasse Kaffee des Tages im Garten Gesellschaft. Eine Joggerin grüßt. „Guten Morgen Frau Nachbar!“. Langsam füllen sich die Tische um mich herum. Gäste des Hostels verlassen Ihre Kojen, oder sagen wir besser, ihre Container? Bevor Sie sich auf die nächste Etappe Ihrer Radtour begeben, stärken sie sich mit einem guten Frühstück, den Radweg stets im Blick.
Nach und nach trudeln weitere Gäste ein: Türken, Italiener, Barmer, Elberfelder, mit und ohne Hund. „Ist heute kein Flohmarkt?“ „Der findet erst nächsten Samstag statt!“ Ein Mann interessiert sich für das Engelshaus. Auch kein Problem! Am Infopunkt findet er Informationsmaterial zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Am Ende entscheidet er sich auch noch für einen Besuch im Zoo. Ein Zug rumpelt nicht weit entfernt vorbei. Moment, ist die alte Eisenbahntrasse nicht zu einem Fahrradweg umgebaut worden? Natürlich, keine Panik! Der Modellbauverein hat gerade seine Anlage in Betrieb genommen und erwartet wie jedes Wochenende Besucher, die sich Wuppertal im Jahr 1929 angucken wollen, samt fahrender Schwebahnen und Züge.
„Ein bisschen zur Seite bitte!“ Ich gebe mein sonniges Fleckchen auf um den Tontechnikern Platz zu machen. Kabel werden verlegt, Technik geschleppt. Heute Abend treten wieder verschiedene Bands auf, anschließend ist Party. Bis dahin sind es aber noch viele Stunden Zeit. Auch im Schulzentrum gegenüber scheint heute einiges los zu sein. Schüler strömen von der Bushaltestelle den Weg durch den Garten hinauf. Noch schnell eine Waffel für auf die Hand gekauft und weiter geht’s.
Nochmal gut gegangen! Der Skater weicht dem Kinderwagen gerade noch aus und verschwindet schnell in der Skatehalle. Hier hat er keine Omas mit Enkeln zu befürchten, die sich auf ein Stückchen Kuchen mit Sahne in der Sonne freuen.
Meine Ohren! Ein wenig schräg die Mischung aus Konzertprobe und Musik des Kulturvereins nebenan. Dazu jetzt auch noch Hämmern und Klopfen aus der Quartierswerkstatt. Ach ja, es werden neue Stühle für den Garten gebaut. Die Künstlerin, die eines der Ateliers im Shed angemietet hat, zersägt Metall. Da muss man durch – Vielfalt klingt eben so!  Gut, dass wenigstens das Tonstudio zu 100% schalldicht ist.
Nach und nach treffen die ersten Abendgäste ein. Während die einen die Bio-Wurst vom Grill mit regionalem Bier bevorzugen und mit dicken Pullovern draußen unter den Lampions verharren, bevorzugen andere ein Glas Wein zum Essen auf der Terrasse und genießen den Anblick des beleuchteten Viadukts. Wieder andere sitzen an den Tischen zwischen den kerzenbeleuchteten Säulen der charmanten Industriehalle…

Das war ein Tag im BOB KULTURWERK!

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